Lucanidae - Hirschkäfer (oder auch Schröter)

Scarabaeoidea - Lucanidae

Allgemeines

Die Männchen vieler Hirschkäfer fallen durch stark vergrößerte Mandibeln (=Mundwerkzeuge), das typische "Geweih" auf.
Vor allem in Japan, Taiwan und Korea ist die Käferzucht sehr beliebt und deutlich weiter entwickelt als hier, dort werden vor allem Hirschkäfer gezüchtet.
Dass bei uns Rosen- und Riesenkäfer beliebter sind liegt vermutlich vor allem an der unkomplizierteren Zucht, da sie Substratleger sind.
In Asien sind Produkte wie Kinshi-Stämmchen leichter erhältlich, dadurch wird das Hobby einer breiteren Masse zugänglich gemacht. Züchter in Europa verwenden meistens selbst gesammeltes Holz aus dem Wald.
 
Für Einsteiger eignen sich meiner Meinung nach einige Dorcus-Arten (z.B. Dorcus titanus), Aegus platyodon und Lamprima adolphinae am besten.
 
 

Hirschkäfer züchten

Hirschkäfer sind in der Regel nachtaktiv, der Zuchtbehälter kann auch im dunkeln stehen.
Lucanidae graben sehr viel, einige Arten verbringen die meiste Zeit ihres Lebens im Substrat. Man muss sich im klaren sein dass man diese Tiere nicht sehr oft zu Gesicht bekommt!
 
Vor allem bei großen Arten sind die Männchen untereinander sehr kämpferisch. Wenn sie aufeinander treffen kann das tödlich enden!
Bei diesen Arten müssen die Männchen auf jeden Fall getrennt gehalten werden.
Dorcus titanus beispielsweise ist so aggressiv, das sogar Weibchen attackiert werden können. Zur Sicherheit sollten Paare solcher Arten nur zur Paarung zusammengesetzt werden.

Eiablage

Stammleger
Diese Arten legen Eier in bzw. an weißfaulem Holz ab. Die Weibchen zernagen den Stamm (oder nagen Löcher in den Stamm) und legen dann die Eier in das zerkleinerte Holz - von diesem Verhalten haben die Lucanidae auch den Namen "Schröter".

Zur Eiablage hält man Stammleger am besten in einer Box mit Flake Soil, damit die Larven auch etwas fressen können wenn sie aus dem Stamm ins Substrat abwandern.
Darin gräbt man einige Stämme oder Stücke weißfaulen Holzes ein, die Größe richtet sich nach der Art. Wichtig ist das manche Arten härteres Holz, andere sehr weiches bevorzugen. Wenn man sich nicht sicher ist kann man beides anbieten. Nach einiger Zeit (normalerweise nach ein paar Monaten wenn die Käfer tot sind, bei sehr langlebigen Arten wie Dorcus spp. schon vorher) sollte man das Holz öffnen und die Larven separieren. Das Holz ist dann oft von Larvengängen durchzogen und lässt sich leicht auseinandernehmen (vorsichtig, möglichst ohne Gewalt). Oft sind dann auch schon einzelne Larven in das umgebende Substrat abgewandert
Die Separation der Larven ist notwendig weil manche Arten kannibalistische Larven haben, und man sie so in deutlich besserem Substrat aufziehen und Additive füttern kann.
 
Bei Dorcus titanus konnte ich beobachten dass auch männliche Käfer Holz zernagen, wobei sie Gänge anlegen, vermutlich vor allem um sich zu verstecken, vielleicht auch um Holzmehl für die Larven zu erzeugen.
 
Dieses Weibchen von Prosopocoilus gracilis ist fleißig am nagen, Eier hat es leider trotzdem keine gelegt... - Es klappt eben nicht immer mit der Zucht.

 

Ei von Lucanus maculifemoratus

Substratleger
Diese Arten legen ihre Eier direkt in das Substrat, ähnlich wie Rosen- und Riesenkäfer. Man hält sie in reinem Flake Soil, oder in einem Gemisch aus Laubwaldhumus und stark zerkleinertem weißfaulem Holz (nicht optimal). Viele Arten legen Eier ins Substrat, zernagen aber auch weißfaules Holz, bis nur noch Späne übrig sind, in die sie dann auch Eier legen. Das ist beispielsweise bei Phalacrognathus muelleri oder Lucanus maculifemoratus der Fall. Zur maximalen Eiausbeute lege ich für diese Arten einige weiche weißfaule Holzstücke ins Substrat.
 
Auch Substratlegerlarven sollten separiert werden da manche Arten kannibalistisch sind.