Käferlarven aufziehen

Häutung und Larvenstadien

Da ihre Haut nicht wachsen kann, müssen sich Larven wenn sie größer werden häuten. Die Larven der Cetoninae, Dynastinae, Rutelinae und Lucanidae durchlaufen 3 Larvenstadien.
Diese werden als L1, L2 und L3 abgekürzt. Da der weiche Körper der Larve sich dehnen kann, bestimmt man das Stadium anhand der Größe der Kopfkapsel. Aus diesem Grund haben frisch gehäutete Larven auch einen viel größeren Kopf im Vergleich zum Rest des Körper als solche, die kurz vor einer Häutung stehen. Am meisten wächst die Larve im letzten Stadium, das auch am längsten dauert. Deshalb ist, wenn man größere Käfer erzielen möchte, die Zugabe von Additiven im L3 Stadium besonders wichtig.  
 
Diese Larve von Dorcus titanus hat sich vor kurzem gehäutet.

Die Aufzucht der Larven

Larven sollten separiert aufgezogen werden, so verhindert man, das sich Larven gegenseitig bei Häutungen/der Verpuppung stören, einige Arten sind auch kannibalistisch.
Außerdem können die Larven so besser kontrolliert werden, und Additive sind besser zu dosieren.
Zur Aufzucht verwende ich Plastikdosen, die Größe richtet sich nach der der Larven. Für kleine Arten, z.B. Aegus sp., reichen 250 ml pro Larve. Das Substrat wird, wenn es verbraucht aussieht, gewechselt. Bei manchen Arten füttere ich zusätzlich Additive.

Additive

Additive sind Zusatzstoffe, die man ins Substrat mischt.
In der Regel sind das Protein- oder Mineralstoffreiche Futtermittel, es gibt aber auch z.B. auch Rosenkäfer die Sand zum Kokonbau benötigen.
 
Häufig verwendete Additive:  
Bei einigen Arten sind Additive schon für sehr kleine Larven wichtig, bei den meisten werden sie allerdings nur gefüttert um größere Käfer zu erhalten. Da die Larven im L3-Stadium am meisten zulegen lohnt es sich bei diesen Arten erst ab L3 Additive zu verfüttern.
Ich verwende SRP, die ich ungemahlen verfüttere und höchstens für kleine Larven (z.B. Aegus) halbiere.
Additive müssen gut dosiert sein, um Probleme mit Schimmel und Milben zu vermeiden.
 
Obwohl immer noch Hunde- und Katzenfutter verwendet wird ist es wirklich nicht zu empfehlen. Seidenraupenpuppen und Bachflohkrebse kann man in jedem Aquaristik/Teichgeschäft günstig kaufen, es gibt keinen Grund Katzenfutter zu verfüttern.

Die Puppenphase

Im Puppenstadium durchläuft die Larve die Metamorphose zum Käfer. Die bevorstehende Verpuppung kündigt sich durch eine gelbliche Verfärbung der Larve an, das ist völlig normal und keine Krankheit. Die meisten Arten bauen zur Verpuppung einen Kokon, andere legen nur eine Höhle im Substrat oder im weißfaulem Holz an. Kokons und Puppenhöhlen sollte man nach Möglichkeit in Ruhe lassen. Anders als oft empfohlen sollte man die Puppen NICHT aus dem Kokon holen. Der von der Larve angefertigte Kokons sorgt für ein geeignetes Mikroklima und schützt vor Milben und anderen Schädlingen. Nur wenn er versehentlich beschädigt wurde kann die Puppe in einem Kunstkokon aus Blumensteckschaum gelagert werden. Kokons sollten in der Regel bei gleicher Feuchtigkeit wie die Larven gelagert werden.